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Befruchtete Eier werden am Wochenanfang geliefert. Eine Hälfte kommt sofort in den Brutschrank, die andere Hälfte zwei Tage später, um gleichzeitig unterschiedliche Entwicklungsstadien zur Verfügung zu haben. Für hohe Luftfeuchtigkeit sorgt eine seitlich angebrachte Wasserrinne bzw. eine wassergefüllte Petrischale. Die Eier müssen täglich entlang der Längsachse um ca. 90
gedreht werden, dabei ist auch der Wasserstand zu kontrollieren.
Präparation des Hühnerembryos:
Die Eier werden vom 1. bis 7. Bebrütungstag entnommen. Das Ei muß so aus dem Brutschrank entnommen werden, daß sich seine oben-unten-Lage nicht verändert!
Eine Petrischale (13 cm ) bereitstellen. Das Ei mit der Unterseite vorsichtig auf die Kante der Petrischale schlagen, so daß die Eischale aufbricht. Dann das Ei direkt auf den Boden der Petrischale aufsetzen und die Eischale rasch auseinanderziehen. Im Idealfall liegt die Keimscheibe oben. Unter dem Binokular beobachten!
Bei frühen Entwicklungsstadien (1. bis max. 3. Tag) Keimscheibe und Umgebung mit einer Pinzette (linke Hand) fassen, und dieses Areal mit einer feinen Schere ausschneiden, dabei die Pinzette nicht loslassen! (siehe Abb. 4.2: 1)
Abbildung:
Präparation der Keimscheibe
95mm
![\includegraphics [width=95mm]{keimpraep.eps}](img20.gif) |
Einen Eßlöffel (2) mit etwas Locke-Lösung füllen und unter Binokularkontrolle das Keimscheibenareal mit der Pinzette auf den Löffel ziehen (3).
Anschließend zieht man die Keimscheibe in eine Petrischale mit Locke-Lösung und präpariert die glasklare Amnionhaut von der Keimscheibe ab. Dabei löst sich die runde Keimscheibe vom umgebenden Gewebe und Dottermaterial.
Nach der Beobachtung bringt man die isolierte Keimscheibe mit der Weithalspipette auf einen mit Eiweißglycerin beschichteten Objektträger, breitet sie dort aus und saugt die überschüssige Lösung mit Kleenex ab.
Mit 37% Formol überschichten.
Bis 2. Bebrütungstag: Die fixierten Präparate in 70% Alkohol auswaschen und mit Boraxkarmin färben (Methode siehe S.
).
Bei älteren Keimen (ab ca. 4. Bebrütungstag) ist der Embryo von einem Amnion umhüllt. Das Herz schlägt, die Allantois ist meist deutlich zu erkennen. Bei gut ausgebildetem Kreislauf ist zunächst die Blutströmung in den Dottersackgefäßen zu beobachten und zu skizzieren.
Danach entfernt man vorsichtig mit zwei Pinzetten das Amnion, durchtrennt die Verbindung zwischen Dottersack und Embryo samt den Hauptblutgefäßen, ohne jedoch die Allantois zu verletzen und überführt den Keim in 37
C warme Locke-Lösung. Das Herz kann dort noch für Minuten weiterschlagen.
Später wird der Embryo in heißem Bouin fixiert (oder für das Spalteholz-Verfahren vorbereitet, siehe unten) und in ein Schnappdeckelglas überführt. Nach 1 bis 2 Std. ersetzt man das Bouin durch 70% Alkohol.
Aufgaben:
- Zeichnen der verschiedenen Stadien.
- Anfertigung von Spalteholz-Präparaten von Hühnerembryonen ab dem 4. Tag Bebrütungsdauer.
Das Spalteholz-Verfahren (s. Seite
) gestattet das Studium der Topographie des entstehenden Skeletts und der Lokalisierung von Ossifikationszentren, da hierbei durchsichtige Totalpräparate mit gefärbtem Bindegewebe hergestellt werden. Diese Technik eignet sich sehr gut für die Präparation von Wirbeltierembryonen, denn wegen der geringen Größe sind die Durchdringungszeiten für die verschiedenen Medien gering.
(Literatur: Romeis (1968): 394 , Romeis (1989): 526, Zanger (1994), Sander (1973))
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Hans-Peter Rangol