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Schneiden mit Glas- und Kugelnadel

Das Herausschneiden von Stücken aus dem Keim führt man am besten mit Glas- und Kugelnadeln durch. Zuerst wird die Glasnadel flach in das Gewebe gestochen und unter der Oberfläche soweit nach vorne geschoben, wie der Schnitt lang sein soll. Durch leichtes Heben der Glasnadelspitze und Weiterschieben soll die Nadelspitze vorn wieder herauskommen (genau wie beim Nähen).

Abbildung 2.1: Schneiden mit Glas- und Kugelnadel
80mm
\includegraphics [width=60mm]{schneiden.eps}

Mit der Kugelnadel reibt man nun entlang dem unter dem Gewebe liegenden Glasnadelteil unter Druck hin und her, bis das Gewebe vollständig durchtrennt ist. Der entstandene Längsschnitt entspricht genau der vorherigen Lage der Glasnadel. Soll ein rechteckiges Stück isoliert werden, schneidet man zuerst die zwei längsten, parallelen Seiten, dann die quer dazu verlaufenden. Isolierte Teile werden innerhalb der Wachsschale zum Transport entweder mit spitzen Pinzetten gefaßt oder (schonender) auf eine Glasnadel gespießt und mit der Kugelnadel wieder abgestreift. Sollen Isolate in andere Schalen überführt werden, benutzt man die Spemann-Pipette. Sind die Wundränder nach Abschluß der Manipulation bereits verheilt, wachsen sie nicht wieder zusammen. Abhilfe schafft man hier mit der Saugpipette; vorsichtig saugend ,rauht`man die Oberfläche der Ränder auf und preßt die Ränder dann zusammen. Überschüssiges Material wird ebenfalls mit der Saugpipette entfernt. Die Wunde muß vollkommen geschlossen werden, damit der operierte Keim eine gute Überlebenschance hat.
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Hans-Peter Rangol