Die Rittersternblüte verändert sich Lehrerseite 8

Bei genauem Hinsehen lassen sich an den Rittersternblüten mehrere Entdeckungen machen.

 

  • Das Aufspringen der Staubbeutel
    Wenn die Staubbeutel reif sind, platzen sie auf, kehren ihre mit Blütenstaub behaftete Innenseite nach außen und schrumpfen auf etwa ein Drittel ihrer ursprünglichen Länge zusammen. Die nebenstehende Abbildung zeigt dies recht deutlich.

    Nach dem Aufspringen der Staubbeutel befindet sich die Blüte in ihrem männlichen Zustand. Ein nektarsaugender Kolibri kommt mit den Staubblättern in Berührung und nimmt an seinem Bauchgefieder Pollen mit:

 

 
  • Das Reifen der Narbe.
    Nach dem Aufblühen reift innerhalb von 2 bis 4 Tagen die Narbe. Der Griffel krümmt sich nach oben und die Narbe teilt sich in ihre drei Narbenäste. Die Blüte befindet sich in ihrem weiblichen Stadium.
    An den klebrigen Narben haftet der Pollen sehr gut

 

Rittersternblüten sind also vormännlich (zuerst männlich, dann weiblich; in der Fachwissenschaft spricht man von Proterandrie).

Auf diese Weise wird vermieden, daß eigener Pollen auf die empfängnisfähige Narbe fällt und eine Selbstbestäubung stattfindet. Die Bestäuber nehmen den Pollen von einer Blüte im männlichen Zustand und übertragen ihn auf eine andere Blüte, die schon im weiblichen Stadium ist und ihre reife Narbe emporstreckt.


Zum Inhaltsverzeichnis zu den Abbildungen ©opyright hlehnert 1.1.98 Autoren