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Wissen und Verantwortung e.
Verein zur Carl Friedrich v. Weizsäcker-Stiftung
5. Wege
Die Absichten sind in der Skizzierung der Arbeitsfelder abgesteckt. Sie sind ebenso auf Arbeit innerhalb der Disziplin wie auch wesentlich auf "Schritte über Grenzen" hin angelegt. Weil die Wissenschaft heute hochspezialisiert ist, ist interdisziplinäre Arbeit ein notwendiges, aber offenbar nicht naheliegendes und keineswegs ein einfaches Unterfangen. Die Praxis lehrt, daß guter Wille allein dazu nicht reicht. Vielmehr muß jeweils von den anderern beteiligten Gebieten so viel gelernt und in das eigene fachliche Denken integriert werden, wie für eine wirklich interdisziplinäre Arbeit erforderlich ist. Interdisziplinäre Arbeit durch integratives Denken: "Wer die Schwierigkeit nicht sieht," mahnte C. F. v. Weizsäcker auf der Pressekonferenz, auf der Wissen und Verantwortung der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, " der kann's gar nicht." Andererseits, so v. Weizsäcker, würde er nicht sagen, daß die Personen fehlten, diese Anstrengung auf sich zu nehmen, wohl aber "die Hilfe für einen Weg, der sie das ausführen läßt." "Die Finanzmittel des Vereins werden weitgehend durch Mitgliedsbeiträge", durch Geld- und Sachspenden" sowie "letztwillige Verfügungen" aufgebracht. (§ 4 der Satzung) "Ferner verwirklicht der Verein seinen Zweck" durch "den Aufbau und die Erweiterung seines Vermögens als Grundlage einer noch zu errichtenden Stiftung" - der eigentlichen Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung (§ 3 der Satzung). Die eigentliche Stiftung wird gegründet, wenn "ein angemessener Umfang des Vereinvermögens erreicht" ist, und "übernimmt die Zweckbestimmungen" des Vereins "als ihre Stiftungszwecke." (§ 11 der Satzung). Wissen und Verantwortung wird seine Aufgabe dann als reiner Förderverein der eigentlichen Stiftung erfüllen. Der Verein verfolgt einerseits das Ziel, die Voraussetzungen und finanziellen Grundlagen für die noch zu gründende Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung zu schaffen. Dafür muß und wird der Verein in gesonderter Weise werben. Anderseits hat sich der Verein vorgenommen, mit der Förderung wissenschaftlicher Arbeiten "hier und jetzt" zu beginnen - soweit seine finanziellen Mittel dazu reichen. Diese Mittel werden durch die Mitgliedsbeiträge aufgebracht sowie durch weitere Zuwendungen, sofern sie der Geber nicht ausdrücklich an den Zweck bindet, zukünftiges Stiftungskapital zu bilden. Zunächst wird sich der Verein darauf konzentrieren, Forschung im unmittelbaren Umfeld seines Namensgebers zu unterstützen. Kann der Verein die angestrebte Stiftung im eigentlichen Sinne verwirklichen, dann soll vornehmlich auf Universitäten zugegangen werden, um dort Arbeiten im Sinne der beschriebenen Arbeitsfelder anzuregen und zu fördern, die sonst nicht möglich wären. Diese Stufung stellt keine Absage an die Vision eines späteren, zentralen Institutes dar, das in Kooperation mit Universitäten und anderen Institutionen durch wahrhaftige interdisziplinäre Arbeit überzeugt. Diese Stufung ist eine Frage der Mittel, die der Verein zur Verwirklichung seiner Zwecke einwerben kann, unter anderem durch eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit sind wissenschaftliche Tagungen, öffentliche Kolloquien und Publikationen in den jeweils geeigneten Medien. Diese Schwerpunkte stehen zugleich im Dienste der Werbung fördernder Mitglieder, die der Verein in eine Mitgliederrolle aufnimmt. Ein weiterer Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit ist die jährliche Versammlung aller Mitglieder.
Wissen und Verantwortung e.V.
1. 10. 96 Th Görnitz goernitz@em.uni-frankfurt.de |