„Du
bist drin – Geschichten im Netz“
Ein Erzählwettbewerb im Internet
Von
Januar bis April 2003 veranstaltete der Verlag Beltz & Gelberg-(Weinheim)
in Zusammenarbeit mit dem Internet-Buchhändler amazon unter dem Motto „Du bist drin – Geschichten im Netz“ einen
Erzählwettbewerb im World Wide Web. Schüler der 5. bis 7. Klassen waren aufgerufen,
per E-mail kurze Geschichten einzureichen. Neben Büchergutscheinen erhielten
sie dafür bei amazon die Chance, zu
„richtigen“ Autoren zu werden, da im Herbst 2003 die 50 schönsten Geschichten
bei Beltz & Gelberg als Gulliver Taschenbuch erscheinen sollen. Doch bis
es soweit ist, musste erst einmal eine Auswahl getroffen werden, und dass das
ganz schön schwierig ist, konnten 17 StudentInnen des Instituts für Jugendbuchforschung
in den letzten Monaten miterleben.
Peter Craemer, Pressesprecher bei Beltz & Gelberg und Mitglied der fünfköpfigen
Jury, sowie seine Kollegin Ulrike Stier hatten Kontakt zum Institut aufgenommen
und eine Gruppe von StudentInnen gebeten, als Vorjury eine erste Auswahl zu
treffen, um die zu erwartende Zahl von mehreren tausend Eingängen etwas zu verringern.
Wir hatten also die spannende Aufgabe, die Geschichten einer ersten Bewertung
zu unterziehen und schließlich jeweils 15 Lieblingsgeschichten zur engeren Wahl
an die Hauptjury zurückzuschicken.
Es stellte sich heraus, dass der Wettbewerb eine große Zahl von Kindern und
Jugendlichen zum Schreiben animiert hatte. Kurz nach Beginn des Wettbewerbs
waren bereits viele Geschichten bei uns eingegangen – ab dann folgten sie im
Abstand von Wochen und später sogar nur von Tagen. Als kleiner Ansporn für die
Autoren wurden früh eingesandte und gelungene Einsendungen gleich belohnt und
als „Geschichte der Woche“ auf der amazon-Website
veröffentlicht.
Wir hatten also jede Menge zu tun, aber das Lesen lohnte sich. Immer wieder
wurden wir von der Originalität und Kreativität der jungen Autoren überrascht.
Da es keine festen Themen gab, war wirklich alles vorhanden: Von Erzählungen
vom ersten (SMS-)Liebesbrief an den süßen Typ aus der Parallelklasse über den
letzten Familienurlaub bis zu den wildesten Phantasien von Zukunftsreisen und
Begegnungen mit Außerirdischen oder der Schilderung eines Tages aus der Perspektive
eines Regenwurms.
Für uns als Studierende der Kinder- und Jugendliteratur war es besonders interessant, einmal Texte von Jugendlichen, die
wir sonst immer als “Rezipienten“ betrachten, zu lesen und zu sehen, was sie
wirklich bewegt, welche Ideen sie haben und welcher Sprache sie sich bedienen.
Für uns ist die Arbeit abgeschlossen, die Hauptjury muss nun die schwierige
endgültige Entscheidung treffen. Wir drücken unseren Favoriten die Daumen und
freuen uns auf die Veröffentlichung im Herbst.
Caroline Gremmel, 8. Semester
Du
bist drin“ - Geschichten im Netz
Nach
langer und intensiver Arbeit ist es nun endlich soweit und das Buch mit den
preisgekrönten Geschichten des Internet – Erzählwettbewerbs
ist erschienen.
Im
Januar 2003 hatte der Beltz & Gelberg Verlag gemeinsam mit dem Internet-
Buchhändler amazon.de zu einem Erzählwettbewerb im Internet aufgerufen, in welchem
Geschichten freier Themenwahl von Kindern von der 5. bis zur 7. Klasse eingesendet
werden konnten. Die etwa 3000 Texte, welche bei der Redaktion innerhalb von
vier Monaten eingegangen waren, wurden an das Institut für Jugendbuchforschung
weitergeleitet, wo eine Vorjury, bestehend aus 17 Studentinnen, die besten und
originellsten Texte auswählte. 
Die etwa 500 ausgesuchten Texte wurden dann an eine sechsköpfige Hauptjury weitergeleitet, welche die Aufgabe hatte, fünfzig Gewinner zu ermitteln, die in einem Gulliver Taschenbuch beim Beltz & Gelberg Verlag veröffentlicht werden sollten. Der Jury gehörten unter anderen Mitarbeiter und Autoren des Verlages an. Auch ich gehörte zu dieser Jury und war über die Vielzahl der Einsendungen und über die Kreativität und Themenvielfalt der jungen Teilnehmer positiv überrascht. DieResonanz war erfreulich groß, und es gab viele gute Einsendungen, die mir neben den preisgekrönten Beiträgen sehr gefielen. Die Themen waren einerseits sehr vielfältig, andererseits ähnelten sich viele Beiträge auch. Phantastische Geschichten dominierten eindeutig, während kritische Texte kaum vertreten waren. Es wurde außerdem von Reisen und
Abenteuern, von Träumen und von der ersten Liebe berichtet, aber auch von Ängsten und Sehnsüchten sowie von der eigenen Familie oder dem geliebten Haustier. Die Arbeit mit den Texten hat mich sehr beschäftigt und ich war teilweise tief beeindruckt zu lesen, was die kleinen Autoren so bewegt.Die eigene Textauswahl konnte jedes Jurymitglied auf einer Sitzung am 2. und 3. Juni vorstellen. Es war schön, mitzuerleben, mit welchem Einsatz jeder seine Herzblut-Geschichten verteidigte. Texte mit den meisten Übereinstimmungen wurden gleich übernommen, um andere Texte, die nur von einem oder zwei Mitgliedern ausgewählt worden waren, wurde dagegen hart gekämpft. Letztendlich kamen wir zu einer guten Auswahl mit der jedes Mitglied einverstanden war. Pünktlich zur Buchmesse erschien dann das dazugehörige Buch, das dort stolz von zwei kleinen Autoren präsentiert wurde.
Grischa Götz
Du bist drin! Geschichten im Netz.
Die schönsten Geschichten aus dem Internet– Erzählwettbewerb,
von amazon.de und Beltz &
Gelberg. Wein heim: Beltz 2003. Taschenbuch 612. – 152 S.
23.4.2004
dolle-weinkauff@rz.uni-frankfurt.de
uni ffm © 1997