Christian
Falb, Dissertation mit dem Arbeitstitel:
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Untersuchungen
an ausgewählten Keramikwaren
des
dritten Jahrtausends v. Chr. in Nordsyrien, Ausprägungen-Verbreitung-mineralogische
Analysen-Chronologie Am
01.04.2000 wurde am Institut für Archäologie und Kulturgeschichte des
Vorderen Orients an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt eine
Dissertation mit dem Arbeitstitel "Untersuchungen an ausgewählten
Keramikwaren der 2. Hälfte des dritten Jahrtausends v. Chr. in
Nordsyrien, Ausprägungen - mineralogische Analysen - Funktion -
Chronologie" begonnen. Die Dissertation wird mittels eines
Promotionsstipendiums im Rahmen des Graduiertenkollegs “Archäologische
Analytik“, Projektgruppe “Regionalprojekte im östlichen
Mittelmeerraum/Tell Chuera, Nordsyrien“ an der Johann Wolfgang
Goethe-Universität finanziert. Das Stipendium wird für die Zeit von drei
Jahren gewährt. Ziel
der Dissertation ist es, einige, für die Archäologie des dritten
Jahrtausends in Nordsyrien wichtige Keramikwaren grundlegend darzustellen
und in Verbindung mit mineralogischen Untersuchungen auf ihre
charakteristischen warentechnischen Aspekte und Eigenheiten hin zu
analysieren. Neben der für die Frühbronzezeit Syriens typischen
Einfachen oder Standard Ware sind vor allem für die Periode Frühbronzezeit
III/IV verschiedene andere Waren charakteristisch, die Einblicke in die
kulturgeschichtliche Entwicklung und in chronologische Zusammenhänge
erlauben. Folgende
Warengattungen sollen hier zur Untersuchung herangezogenen werden: Die
Euphrat Ware, die Schwarze Euphrat Ware, die Metallische Ware und die
Smeared Wash Ware. Es
handelt sich hierbei um Waren, die durch ihr äußeres Erscheinungsbild zu
den auffälligsten Vertretern altorientalischer Keramik zählen. Ihre
Verbreitung ist auf Syrien und die unmittelbar angrenzenden Gebiete beschränkt, so daß sie
eine gute Basis zur Erforschung kulturhistorischer Entwicklungen in einem
geographisch relativ eng umgrenzten Gebiet bieten. Zudem läßt die
Verbreitung dieser Waren innerhalb Syriens Keramikprovinzen erkennen, die
möglicherweise mit kulturellen Provinzen gleichzusetzen sind. Den
Schnittpunkt dieser Keramikprovinzen bildet das mittlere Euphrattal, in
dem die angesprochenen Waren oft miteinander vergesellschaftet sind. Bei
den angestrebten mineralogischen Analysen handelt es sich um
naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden, wie die
Neutronenaktivierungsmethode und die Röntgen-fluoreszenzanalyse sowie
Methoden zur Bestimmung der Wasseraufnahmefähigkeit und der Ritzhärte,
die Aufschluß über die chemisch-physikalische Zusammensetzung des
Keramikmaterials geben. Hierbei steht die Frage im Vordergrund, ob mögliche
mineralogische Ähnlichkeiten des für die Keramik als Ausgangsmaterial
verwendeten Tons auf regionale Produktionszentren
schließen lassen, von denen aus bestimmte Warengattungen Verbreitung
fanden. Die Klärung dieser Frage unter regionalen und überregionalen
Gesichtspunkten und in Bezug auf verschiedene, oftmals miteinander
vergesellschaftete Waren könnte einen großen Beitrag zum Verständnis
von Handel und kulturellem Austausch sowie Wanderungen verschiedener Bevölkerungsteile
in der Frühbronzezeit Syriens leisten. Zudem
soll anhand von stratifizierten Keramikfunden verschiedener Fundplätze
ein relativ-chronologisches Gerüst erstellt werden, das alle Waren und
die Fundorte, in denen sie vorkommen, zeitlich miteinander verbindet. Auf
diese Weise soll versucht werden, anhand des derzeitigen Forschungs- und
Publikationsstandes eine relative chronologische Abfolge der Waren und
damit ihrer Fundplätze für Nordsyrien zu erstellen. Die
Arbeit soll in fünf übergeordnete Kapitel unterteilt werden, die jeweils
aus mehreren Unterkapiteln bestehen können: Im
ersten Kapitel (Einleitung) werden die verschiedenen Keramikprovinzen der
Keramikregion Nordsyrien und deren Nachbarprovinzen in Südostanatolien
und dem Nordiraq vorgestellt und miteinander verglichen. Hierbei soll
untersucht werden, inwieweit sich die Provinzen der genannten Waren über
die heutigen Ländergrenzen fortsetzen bzw. einander beeinflußen. Die
Ergebnisse werden anhand von Verbreitungskarten dargestellt. Des
Weitern sollen die der Arbeit zugrundeliegenden Probleme, Fragestellungen
und Ziele erörtert werden (s. o.). Das
zweite Kapitel (Allgemeine Grundlagen zur Keramikanalyse) soll als Arbeitsgrundlage
in die verschiedenen Arten der Analyse keramischer Produkte einführen.
Hierzu gehören die Analyse technischer Merkmale wie die Beschaffenheit
des Tons, der Magerung, die Oberflächenbehandlung der Gefäße vor dem
Brand und die verschiedenen Arten des Brands. Zudem werden mineralogische
Untersuchungsmethoden wie z. B. die Neutronenaktivierungsmethode, die Röntgenfluoreszenzanalyse
sowie Methoden zur Erkennung der Brenntemperatur vorgestellt. Nach
einem Überblick über den Forschungsstand wird ein umfassender Katalog
der für die jeweilige Ware belegten Gefäßtypen und -formen dargelegt.
Unter Gefäßtyp wird eine Einteilung in Schale, Schüssel, Topf, Flasche
usw. verstanden. Gefäßform bezeichnet die Ausformung innerhalb eines
Typs. Die Gefäßtypen sollen mit ihren Ausformungen in verschiedene
allgemeingültige Gruppen unterteilt und die jeweilige Abbildung aus dem
Grabungsort auf Tafeln dargestellt werden. Zudem soll in einer Tabelle das
Vorkommen der Formen in den in Frage kommenden Fundorten verzeichnet
werden. Mithilfe von Verbreitungskarten der verschiedenen Formen der
jeweiligen Ware sollen eventuelle geographische Unterschiede untersucht
werden. Um die jeweilige Ware abzugrenzen, sollen typische Unterschiede
aber auch Gemeinsamkeiten mit anderen Waren erarbeitet werden. Es
werden Fragen zur Funktion der Waren bzw. zu bestimmten Formen innerhalb
der Waren erläutert. Anschließend
soll die nach dem derzeitigen Forschungsstand auszumachende Verbreitung
der Waren untersucht werden. Die Ergebnisse werden anhand von
Verbreitungskarten dargestellt. In einem weiteren Unterkapitel werden die Ergebnisse der am Mineralogischen Institut der Johann Wolfgang Goethe-Universität an Proben ausgesuchter Fundorte angefertigten mineralogischen Analysen dargestellt und diskutiert. Die für die Untersuchungen herangezogenen Fundorte sind u. a. Halawa, Wreide, Tawi, Abu „amed, Tell Chuera, Ebla, Tell Brak, Kharab Sayyar und Tell Bi’a. Die Ergebnisse werden in Bezug auf die in Abschnitt 2 erläuterten technischen Merkmale auf die jeweilige Ware angewendet, d. h. die Waren werden gemäß der Beschaffenheit des Tons, der Art der Magerung und der Oberflächenbehandlung sowie des Brands analysiert und jeweils nach Warengattung und Fundort gegliedert. Es sollen hierbei für jede Ware allgemeingültige Kriterien zur Identifizierung aufgestellt werden, die charakteristische Eigenheiten ausmachen. Sämtliche
Ergebnisse werden zusammenfassend miteinander verglichen. Aufgrund der
erarbeiteten warenspezifischen Erscheinungsformen sollen eigenständige
Merkmale herausgestellt und Kriterien zur Definition jeder Ware
aufgestellt werden. Das
vierte Kapitel (Chronologie) behandelt die zeitliche Einordnung der Waren. Hierzu
werden die jeweiligen Waren anhand von stratifizierten Beispielen aller in
Frage kommenden Fundorte zunächst relativ zeitlich miteinander
verglichen, um eine gemeinsame relative Laufzeit herauszuarbeiten. In
einem weiteren Schritt wird die Vergesellschaftung der verschiedenen Waren
miteinander untersucht. Ziel ist ein überregionales Chronologiegerüst,
das alle Fundorte, in denen zumindest eine der Waren vorkommt, zeitlich
miteinander korreliert. Die Ergebnisse werden in Chronologie- bzw.
Schichtentabellen dargestellt, die helfen
sollen, grundsätzliche Fragen zur relativen chronologischen Entwicklung
Syriens im dritten Jahrtausend v. Chr. zu klären. Desweiteren
soll, soweit möglich, auf die absolute Chronologie eingegangen werden. Im
fünften und letzten Kapitel (Zusammenfassende
Darstellung der untersuchten keramischen Warengattungen der zweiten Hälfte
des dritten Jahrtausends v. Chr. in Nordsyrien) sollen noch einmal sämtliche
Ergebnisse zusammengefaßt werden. Alle untersuchten Warengattungen werden
in Bezug auf ihre spezifischen Merkmale, ihre Verbreitung, die Funktion
sowie ihre chronologischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit anderen
Waren umfassend und abschließend dargestellt.
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