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Abu Hamed
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Der
Friedhof von Abu Hamed (Syrien), Der Fundort
Abu Hamed liegt ca. 30km östlich der nordsyrischen Provinzhauptstadt
Raqqa, an der Straße nach Der ez-Zor und nahe der kleinen Ortschaft
Ghanem Ali. Wenige Hundert Meter südlich des heutigen Euphratverlaufs
steigt das Gelände hier steil zur oberen Euphratterrasse an. Auf
dieser mehrere Qudratkilometer großen Ebene, die bis an den Fuß
des südlich gelegenen Djebel al-Bishri reicht, liegen zahlreiche
z. T. ausgedehnte Gräberfelder.
Die
besondere Bedeutung von Gräbern besteht darin, daß sie geschlossene
Fundkomplexe bilden, die Einblicke in das gesellschaftliche Leben eines
bestimmten Zeitraums erlauben. So lassen sich über die Art und Anzahl
der in einem Grab miteinander vergesellschafteten Beigaben Informationen
über Bestattungspraktiken und Rituale sowie möglicherweise über
die soziale Stellung des Bestatteten und die gesellschaftliche Struktur
gewinnen.
Der
Friedhof war 1999 Gegenstand von zwei am Archäologischen Institut
der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Abteilung Archäologie
und Kulturgeschichte des Vorderen Orients, verfaßten Magisterarbeiten.
Eine Analyse des Friedhofs in Bezug auf die Architektur der Gräber
und deren Verteilung wurde von Klaus Krasnik angefertigt und das keramische
Material wurde von Christian Falb bearbeitet. Aufgrund der Keramik kann der Friedhof in die spätere syrische Frühbronzezeit III bis IV A datiert werden. Das Nordsyrische Euphratbecken bildet in dieser Zeit als natürliche geographische Grenze den Schnittpunkt verschiedener Keramikprovinzen. Die im Rahmen des Tabqa Staudammprojektes zahlreich durchgeführten Rettungsgrabungen belegen dies besonders für die Region zwischen Raqqa und und der heutigen syrisch-türkischen Grenze. Im Gegensatz hierzu ist ist das Gebiet östlich des syrischen Euphratbogens zwischen Raqqa und Der ez-Zor, in dem auch Abu Hamed liegt, ein archäologisch bislang noch weitgehend unerforschtes Terrain. Das keramische Material aus dem Friedhof belegt, daß der Euphrat auch hier eine Mittlerrolle im kulturellen Austausch darstellte. Neben der Einfachen Ware finden sich für dieses Gebiet typische Keramiken wie die Euphrat Ware und die Schwarze Euphrat Ware sowie die in Nordostsyrien beheimatete Metallische Ware und verschiedene Ausprägungen der Smeared Wash Ware.
Die Ergebnisse der Untersuchungen in Abu Hamed sind als Monographie umfassend publiziert worden. Neben den angesprochen Magisterarbeiten zu den Gräbern und der Keramik enthält die Publikation auch eine Bearbeitung der Tierknochen durch Emanuelle Vila und eine Bearbeitung der Kleinfunde. Mit der Veröffentlichung soll die in Saarbrücken gegründete Reihe "Gräber des 3. Jahrtausends v. Chr. im syrischen Euphrattal" als Band 4 fortgesetzt werden. In der Reihe sind bislang die Gräber aus Tawi (Kampschulte / Orthmann 1984), Wreide (Orthmann / Rova 1991) sowie Shamseddin und Djerniye (Meyer 1991) erschienen. Christian Falb M.A. |