Gegenstand von Forschung und Lehre der Vor- und Frühgeschichte sind die schriftlosen (Vor- oder Urgeschichte) sowie die nur teilweise durch Schriftquellen (Frühgeschichte) erhellten Epochen der menschlichen Vergangenheit.

Zu ihrer Erforschung dienen in erster Linie archäologische, auf der Auswertung von Ausgrabungsbefunden beruhende Methoden. Sie werden von einer Vielzahl naturwissenschaftlicher Analyseverfahren benachbarter Fächer ergänzt.

Die archäologische Methodik besitzt prinzipiell weltweite Geltung. Sie ist in der Forschung und Lehre der Vor- und Frühgeschichte in Frankfurt vertiefend auf die Kulturen Europas sowie Afrikas ausgerichtet.

Die Vorgeschichte Europas bietet einen Überblick über die Epochen von der Neolithisierung über die Bronzezeit bis zur Eisenzeit. Schwerpunkte bilden Themen der frühen Metallurgie, der bronzezeitlichen Kulturentwicklung sowie der Herausbildung sozialer Hierarchien. Laufende Forschungsarbeiten zur interdisziplinären Siedlungs- und Landschaftsarchäologie werden in das Lehrangebot integriert, wobei die neuesten Methoden der Naturwissenschaften in den Mittelpunkt rücken. Forschung und Lehre werden in diesem Schwerpunkt durch die Archäobotanik Europas ergänzt.

Ein weiterer europäischer Schwerpunkt liegt im Bereich der Frühgeschichte. Hier erfolgen Forschungen zum Frühmittelalter West- und Mitteleuropas sowie Ost- und Südosteuropas. Feldforschungen und interdisziplinäre Studien gelten dem Siedlungswesen, dem Burgenbau und der Wirtschaftsgeschichte. Deutschlandweit erstmals ist mit diesem Schwerpunkt die Dendrochronologie verbunden.

Als einzige deutsche Hochschuleinrichtung verfügt das Institut über eine Professorenstelle für die Archäologie Afrikas sowie eine Wissenschaftlerstelle für die Archäobotanik Afrikas. Der Schwerpunkt dieser Abteilung liegt auf der holozänen Vorgeschichte der Savannen Afrikas.

Die Abteilung Vor- und Frühgeschichte betreibt in allen seinen regionalen und zeitlichen Schwerpunkten eine aktive Ausgrabungstätigkeit.

Das Studium der Vor- und Frühgeschichte erfolgt mit dem Ziel der Graduierung zum/zur Magister/Magistra Artium und kann mit der Promotion (Dr. phil.) abgeschlossen werden.