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Merkblatt zur dendrochronologischen Datierung
Die dendrochronologische Datierung beruht auf dem Vergleich der Jahrringmuster der zu datierenden Probe mit Mittelwerten aus bereits datierten Proben (Chronologien). Daraus ergeben sich folgende Anforderungen an die Proben:
- Jede Probe sollte wenigstens etwa 50 Ringe aufweisen.
Kürzere Ringfolgen sind nur im Verband von Proben mit ausreichender
Ringanzahl sinnvoll. Bei weniger als 25 Ringen ist eine sichere
Datierung nicht möglich. Zur Zeit werden folgende Holzarten bearbeitet:
Eiche, Tanne, Fichte, Kiefer, Buche, Esche, bedingt auch Ulme,
Pappel und Erle (weitere Holzarten auf Nachfrage).
- Mehrere Proben, die zu Mittelwertkurven zusammengefaßt
werden können, erleichtern die Datierung beträchtlich. Zu einer
Fragestellung gehören etwa 5 Proben, da auch mit undatierbaren
Jahrringfolgen (ca. 15 %) gerechnet werden muß.
- Grundlage der Datierung ist die ausmeßbare Jahrringfolge.
Wichtig für die Ermittlung des Fälljahres ist die Erhaltung der
äußeren Jahrringe. Deshalb ist auf Proben mit Waldkante oder Kern-Splintgrenze
(bei Eiche) besonders zu achten.
- Standardmäßig werden senkrecht zur Wuchsrichtung
geschnittene Scheiben von 2 bis 5 cm Dicke bearbeitet. Die Probe
sollte möglichst astfrei und regelmäßig gewachsen sein. Aus verbautem
Holz können nach Absprache Bohrkerne gewonnen werden. Der Durchmesser
des dafür erforderlichen Bohrloches beträgt in der Regel 25 mm.
Bei Bedarf und gut erhaltenem Holz kann auch mit Zuwachsbohrern
(Dm. 10 mm) gebohrt werden. Bei Objekten, die nicht beschädigt
werden dürfen, besteht nach Absprache die Möglichkeit der Ausmessung
der Ringe an geeigneten Stirnflächen, von Fotografien o. ä.
- Feuchtes Holz aus Bodenfunden sollte möglichst
bald nach der Bergung in Plastiktüten eingefroren werden oder
(am besten) in Frischhaltefolie zur Bearbeitung kommen. Verkohltes
Holz ist im Block zu bergen, ausreichend zu fixieren und einzuliefern.
- Alle Proben sollten unverwechselbar und sicher
gekennzeichnet sein (Plastikschilder mit wasserfester Beschriftung
o. ä.). Die eindeutige Dokumentation der Befunde liegt besonders
im Interesse des Einlieferers. Zu jedem Komplex gehört ein Dokumentationsblatt
(Formblatt im Labor erhältlich - oder wenigstens Angaben zu Fundort,
Objekt, Zusammenhang der Proben, Hinweise zu ungefährem Alter,
Einlieferer). Undokumentierte Proben werden nicht bearbeitet.
- Die Bearbeitungszeit hängt stark von der Anzahl
und Beschaffenheit der Proben ab. Wichtige Proben zur Entscheidungsfindung
können nach Absprache in 1- 3 Tagen bearbeitet werden.
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