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Merkblatt zur dendrochronologischen Datierung

Die dendrochronologische Datierung beruht auf dem Vergleich der Jahrringmuster der zu datierenden Probe mit Mittelwerten aus bereits datierten Proben (Chronologien). Daraus ergeben sich folgende Anforderungen an die Proben:

  1. Jede Probe sollte wenigstens etwa 50 Ringe aufweisen. Kürzere Ringfolgen sind nur im Verband von Proben mit ausreichender Ringanzahl sinnvoll. Bei weniger als 25 Ringen ist eine sichere Datierung nicht möglich. Zur Zeit werden folgende Holzarten bearbeitet: Eiche, Tanne, Fichte, Kiefer, Buche, Esche, bedingt auch Ulme, Pappel und Erle (weitere Holzarten auf Nachfrage).

  2. Mehrere Proben, die zu Mittelwertkurven zusammengefaßt werden können, erleichtern die Datierung beträchtlich. Zu einer Fragestellung gehören etwa 5 Proben, da auch mit undatierbaren Jahrringfolgen (ca. 15 %) gerechnet werden muß.

  3. Grundlage der Datierung ist die ausmeßbare Jahrringfolge. Wichtig für die Ermittlung des Fälljahres ist die Erhaltung der äußeren Jahrringe. Deshalb ist auf Proben mit Waldkante oder Kern-Splintgrenze (bei Eiche) besonders zu achten.

  4. Standardmäßig werden senkrecht zur Wuchsrichtung geschnittene Scheiben von 2 bis 5 cm Dicke bearbeitet. Die Probe sollte möglichst astfrei und regelmäßig gewachsen sein. Aus verbautem Holz können nach Absprache Bohrkerne gewonnen werden. Der Durchmesser des dafür erforderlichen Bohrloches beträgt in der Regel 25 mm. Bei Bedarf und gut erhaltenem Holz kann auch mit Zuwachsbohrern (Dm. 10 mm) gebohrt werden. Bei Objekten, die nicht beschädigt werden dürfen, besteht nach Absprache die Möglichkeit der Ausmessung der Ringe an geeigneten Stirnflächen, von Fotografien o. ä.

  5. Feuchtes Holz aus Bodenfunden sollte möglichst bald nach der Bergung in Plastiktüten eingefroren werden oder (am besten) in Frischhaltefolie zur Bearbeitung kommen. Verkohltes Holz ist im Block zu bergen, ausreichend zu fixieren und einzuliefern.

  6. Alle Proben sollten unverwechselbar und sicher gekennzeichnet sein (Plastikschilder mit wasserfester Beschriftung o. ä.). Die eindeutige Dokumentation der Befunde liegt besonders im Interesse des Einlieferers. Zu jedem Komplex gehört ein Dokumentationsblatt (Formblatt im Labor erhältlich - oder wenigstens Angaben zu Fundort, Objekt, Zusammenhang der Proben, Hinweise zu ungefährem Alter, Einlieferer). Undokumentierte Proben werden nicht bearbeitet.

  7. Die Bearbeitungszeit hängt stark von der Anzahl und Beschaffenheit der Proben ab. Wichtige Proben zur Entscheidungsfindung können nach Absprache in 1- 3 Tagen bearbeitet werden.