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Projekte
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Die antike Stadt Priene
Mitarbeiter und Studierende des Archäologischen Instituts arbeiten
seit 1998 in der antiken Stadt Priene (Westtürkei) unter der
Leitung von Wulf Raeck an einem der wichtigsten Orte für die
Erforschung der griechisch-römischen Kultur im östlichen
Mittelmeerraum. Das Projekt (vollständiger Titel:
Stadtentwicklung, Wohnverhältnisse und Lebensbedingungen im
antiken Priene) wird in interdisziplinärer Zusanmenarbeit mit
einem Team der Technischen Universität München unter Leitung
des Bauhistorikers Wolf Koenigs und weiteren Spezialisten, z.B. einem
Team von Wasserbau-Ingenieuren um Henning Fahlbusch von der Fh
Lübeck, durchgeführt.
Das von heutigen Reisenden als landschaftlich reizvolles Besuchsziel
geschätzte Priene wurde im 4. Jh. v. Chr. mit einem
gleichmäßig rechtwinkligen Straßenraster
("hippodamisches System") im Mündungsgebiet des Mäander als
Nachfolgerin einer frühgriechischen Siedlung angelegt, deren Lage
bis jetzt nicht feststeht.
Die eindrucksvollsten Gebäude der Stadt sind der in der Antike
weltberühmte Athenatempel des Architekten Pytheos, das
Bouleuterion (Versammlungsgebäude des Rates) und das
vorzüglich erhaltene Theater. Die sichtbaren Baureste stammen
größtenteils aus dem 4. bis 1. Jh. v. Chr. (Hellenismus);
die römische Kaiserzeit und auch das Mittelalter (in Priene wurde
bis ins 13. Jh. gesiedelt) haben die hellenistische Bausubstanz wenig
verändert. Darauf beruht die für die Archäologie
zentrale Rolle Prienes als Zeugnis für griechische Stadtplanung
und Wohnarchitektur.
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Grundlage für die
Erforschung des antiken Priene bilden bislang die von den Berliner
Museen 1895-1898 durchgeführten Ausgrabungen, an denen der erste
Professor für Klassische Archäologie in Frankfurt, Hans
Schrader, maßgeblichen Anteil hatte. Auf diesen
Grabungsergebnissen beruht die Rekonstruktion von A. Zippelius. In den
50er Jahren wurde das in der Antike zum Territorium von Priene
gehörende Panionion, das Zentralheiligtum des ionischen
Städtebundes, durch Gerhard Kleiner ausgegraben, auch er Professor
in Frankfurt. Die Erforschung des antiken Mäandertales vom Main
aus hat also Tradition. Das neue Projekt geht von einer Fragestellung
aus, die durch die archäologische Diskussion zur antiken
Urbanistik bestimmt ist. Dabei geht es auch um die These, wonach als
Konsequenz aus der Idee politischer Gleichheit die Stadt zunächst
in einheitlichen Rasterelementen und Bauformen geplant und
ausgeführt worden sei.
Anhand der vor hundert Jahren ermittelten Befunde ließen sich
jedoch solche Fragen nicht beantworten, denn nur in Ausnahmefällen
waren die ursprünglichen Grundstücksgrenzen oder komplette
Hausformen zu erschließen, auch blieb die Datierung antiker
Baumaßnahmen meist unklar. Heute lassen sich derartige Fragen
aufgrund weiterentwickelter Arbeitsmethoden und verbesserter Kenntnis
des Fundmaterials viel präziser beantworten.
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Neben der antiken Stadtplanung und
-entwicklung sowie der Wohnarchitektur werden auch die
Lebensbedingungen der Bewohner (Ernährung, Krankheiten) mit
naturwissenschaftlichen Methoden erforscht.
In den Grabungskampagnen konnten bereits wichtige Zwischenergebnisse gewonnen werden:
Die Vermessung des antiken Stadtgebietes mit modernen
geodätischen Methoden hat topographischen Untersuchungen in Priene
eine neue Grundlage gegeben.
Die Entwicklung der Agora (Markt und Zentrum des
öffentlichen Lebens) von einer Freifläche zu einem
architektonisch gefaßten Platz mit repräsentativen Charakter
im Hellenismus und kleinteiligen Umbauten in der Spätantike ist im
Detail faßbar und aufgrund der Grabungsbefunde datierbar. Das
Rastersystem des Stadtplans ist hier in der Gründungsphase der
Stadt nicht verbindlich gewesen.
Sondagen im Wohnhaus Nr. 33, das in Handbüchern der Architekturgeschichte als
Muster für die Rekonstruktion eines griechischen Wohnhauses diente, haben Sicherheit über die ursprüngliche
Grundstücksaufteilung und die Bauphasen gebracht.
Sondagen in Wohnvierteln im Westen und Osten des
Stadtgebietes haben eindrucksvolle Reste von Wohnbebauung aus der
Gründungszeit im 4. Jh. v. Chr. erbracht. Diese Bebauung
bestätigt die einheitliche Grundstückseinteilung im gesamten
Stadtgebiet, zeigt aber in der Grundrißgestaltung der Häuser
ein differenzierteres Bild als bisher angenommen.
Im Demeterheiligtum konnte die kürzlich
publizierte Annahme von Gebäuderesten aus der Zeit vor der
Stadtgründung widerlegt und unsere Kenntnis der für den
Demeterkult typischen Votivgaben erweitert werden.
Von diesen Ergebnissen ausgehend soll sich die Grabung
in den nächsten Kampagnen auf den Abschluß der Arbeiten und
die Publikation des reichen Fundmaterials und auf die vergleichende
Untersuchung der verschiedenen Wohnviertel konzentrieren.
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Die Finanzierung erfolgt
durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG); Kosten vor Ort
(Instandhaltung des Grabungshauses, Löhne für Wächter)
übernimmt z.T. das Deutsche Archäologische Institut (DAI
Berlin, Abteilung Istanbul), allerdings aufgrund der allgemeinen
Finanzlage mit dramatisch sinkender Tendenz. Erhebliche
Unterstützung erhalten wir von weiteren Geldgebern, wie der
Vereinigung von Freunden und Förderern der
Goethe-Universität, der Theodor-Wiegand-Gesellschaft und privaten
Spendern.
Es besteht weiterhin erheblicher Finanzierungsbedarf, um das Projekt erfolgreich fortsetzen zu können:
Ständig anfallende Konservierungs- und
Restaurierungsaufgaben, die nicht in direktem Zusammenhang mit der
Grabung stehen, die aber Bedingung für die Lizenzerteilung sind.
Komplettierung des Arbeitsplatzes für Restaurierungsarbeiten.
Bau und Einrichtung von Depoträumen.
Herstellung von Informationsmaterial.
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Es besteht daher die Möglichkeit, durch eine Spende an das Archäologische Institut (LZB Hessen/Thüringen,
BLZ 500 000 00 Kto. 50001508 zu Gunsten Fonds 31 09 0213/500 10 000,
Verwendungszweck Name, Adresse des Spenders) einen Beitrag zum Gelingen
des Projektes zu leisten.
Über den weiteren Verlauf der Unternehmung unterrichten wir Sie regelmäßig.
Adresse des Grabungshauses in Priene:
Alman Kazi Evi, TR 09230 Güllübahce/Söke, Aydin
Fax 0090/256 547 1892 |
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