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- Moderatoreffekte
- Analyse von Moderatoreffekten
- Aufgabenstellung
Modelle zum Zusammenhang zwischen Variablen gehen oft von einfachen, linearen Beziehungen aus, wie z.B. "je höher die Arbeitsanforderungen für Beschäftigte, desto größer die Erschöpfung" oder "je besser die Unterstützung durch Vorgesetzte, desto weniger Erschöpfung".
In zunehmend mehr Forschungsgebieten der Psychologie werden aber auch komplexere Zusammenhänge zwischen Variablen im Sinne sogenannter Interaktions- oder Moderatoreffekte angenommen.
Moderatoreffekte
Ein Moderatoreffekt besteht, wenn die Beziehung zwischen zwei Variablen von der Ausprägung einer dritten Variable abhängt. Ein Beispiel aus der Streßforschung wäre die Annahme, daß hohe Arbeitsanforderungen nur dann zu Erschöpfung führen, wenn gleichzeitig wichtige Ressourcen für die Arbeit fehlen. Bei ausreichenden Ressourcen könnten dagegen auch hohe Anforderungen bewältigt werden, ohne daß es zu Erschöpfung käme (Abbildung 1).

Abbildung 1. Schematische Darstellung eines Moderatoreffekts zwischen Arbeitsanforderungen, Ressourcen und Erschöpfung.
Statistisch bedeutet dies, die Ausprägung der vorherzusagenden Variable (Kriteriumsvariable; hier: Erschöpfung) hängt ab von spezifischen Kombinationen der Ausprägungen von zur Vorhersage benutzten Variablen (Prädiktorvariablen; hier: Arbeitsanforderungen und Ressourcen).
Solche Effekte sind praktisch bedeutsam, da es zum Beispiel bei vielen Tätigkeiten nicht möglich ist, Auswirkungen wie Erschöpfung durch eine Verminderung der Arbeitsanforderungen zu begegnen (aus ökonomischen Gründen oder aufgrund der Arbeit selbst, z.B. bei Rettungsdiensten oder dem Militär), es aber durchaus möglich sein kann, die Ressourcen zu beeinflussen.
Analyse von Moderatoreffekten
Die empirische Prüfung vermuteter Moderatoreffekte wirft statistische Probleme auf, die spezifisch für Moderatoreffekte sind oder die hier zumindest besondere Schwierigkeiten bereiten (insbesondere Probleme der Reliabilität und der Verteilungsform von Variablen). Aus inhaltlicher Sicht können Probleme der Konzeptualisierung und Operationalisierung von Variablen den Nachweis solcher Effekte erschweren.
Darüber hinaus werden oftmals nicht-optimale statistische Methoden auf der Ebene manifester Variablen eingesetzt (d.h. eine statistische Analyse der beobachteten Meßwerte ohne explizite Berücksichtigung enthaltener Meßfehler), sowie Methoden, die Informationsverlust und -verfälschung der erhobenen Daten mit sich bringen können (zum Beispiel das willkürliche Aufteilen einer Stichprobe in Subgruppen). Empirische Analysen von Moderatoreffekten fallen insofern oft uneinheitlich aus, und über Existenz und Ausmaß vermuteter Effekte besteht in vielen inhaltlichen Zusammenhängen noch Unsicherheit.
Aufgabenstellung
Im vorliegenden Projekt soll zu einer methodisch angemesseneren Prüfung von Moderatorhypothesen und zur Klärung empirisch uneinheitlicher Ergebnisse beigetragen werden. Dazu dienen zum einen statistisch-methodologische Untersuchungen, um vergleichende Aussagen zur praktischen Eignung sowohl etablierter Analyseverfahren für Moderatorhypothesen wie auch aktueller Verfahren auf der Ebene latenter Variablen zu erhalten.
Zum anderen sollen mit den Methoden, die im jeweiligen Kontext am leistungsfähigsten und am wenigsten problematisch erscheinen, vergleichende Analysen arbeits- und organisationspsychologischer Datensätze durchgeführt werden. Hierbei sollen einerseits Datensätze analysiert werden, in denen inhaltlich in Bezug auf Kombination und Abgrenzung von Variablen gut begründete Moderatoreffekte zu erwarten sind, andererseits Datensätze, in denen dies nicht zu erwarten wäre, um theoretische Annahmen zu Moderatoreffekten methodisch fundiert stützen bzw. präzisieren zu können.
Ziel ist es, innerhalb der Arbeits- und Organisationspsychologie wie auch in weiteren Anwendungsfeldern zu einer präziseren Theorieentwicklung und zur Verbreitung leistungsfähigerer Prüfmethoden für Moderatoreffekte beizutragen.
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