26.09.2001 Der Briefwechsel im Überblick:
Sehr geehrter Herr Häußling,

ich danke Ihnen für die Zusendung des Textes. Ich denke, ich verstehe jetzt eher die Grundlage Ihrer Argumente. In einem anderen Buch: Jürgen Messing: Allgemeine Theorie des menschlichen Bewußtseins. Berlin (Weidler Buchverlag) 1999, bin ich auf S. 52 auf den Satz gestoßen: "Wir erfahren also die Welt in den Einheiten, die uns die Sprache anbietet, nahe legt. Gleichzeitig geschieht die Aneignung von Bedeutung, das hießt die Strukturierung von Erfahrungen hinter den Signalen, aber immer individuell spezifisch. Das Allgemeine einer "Bedeutung" existiert nirgends, es hat weder individuell neuronale, noch gesellschaftliche "Realität", es ist eine Abstraktion."
Messing argumentiert funktionalistisch. Der Schlüsselgedanke ist der der Lebenstätigkeit der Gemeinschaft von Menschen, Sprache von daher notwendiger Teil ihrer Lebenstätigkeit. Sie konnten und könnten ohne Sprache nicht leben und überleben. Er versucht eine Überwindung der Trennung von Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft durch Klärung dessen, was er "Bewußtsein" nennt.

Ich bedanke mich dann sehr für Ihre Bereitschaft nach Frankfurt zu kommen. Ich lege Ihnen den vorläufigen ersten Entwurf eines Seminarplanes bei. Dann lege ich einen ersten Entwurf eines Textes bei, den ich nach Kenntnis einiger Ihrer Aufsätze geschrieben habe. Er dient mir als Vorbereitung auf das Seminar. Er ist nicht fertig und notwendig zu ergänzen um so manche Aspekte, auch vor allem jener, die sich auf den Sachunterricht beziehen. Ich schicke Ihnen dennoch den vorläufigen Text, erstens, weil ich denke, dass das Unfertige sich eher zum Gespräch eignet als das Fertige und zweitens, weil ich den berechtigen Anspruch noch von Ihnen vernommen habe, Einwände zu erheben. Sie finden sie unter der Überschrift "Fragen".

Ich verbleibe mit herzlichen Grüßen

Gerold Scholz
 
 
 
 
 
 
 
   
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