06.01.2001 Der Briefwechsel im Überblick:
Sehr geehrter Herr Häußling,

ich danke Ihnen sehr für den ausführlichen Brief und die Korrekturen. Der Beitrag befindet sich seitdem in einem weiteren Zirkel des Nachdenkens und der Veränderung. Er - und wir - wir haben sehr profitiert von Ihrer sprachlichen und begrifflichen Genauigkeit. Sie werden feststellen können, dass wir auf die wesentlichen Kritikpunkte eingegangen sind und den Beitrag entsprechend geändert haben.

In einem Punkt kann ich Ihnen im Moment nicht nachkommen: Ich bin - offen gestanden - nicht in der Lage, Ihren Ansatz zu kritisieren. Dies hat damit zu tun, dass ich dabei bin für mich genauer den Zusammenhang von Kulturalismus oder Konstruktivismus mit der Phänomenologie zu klären. Wie hängen die Erzählungen, mit der ich mir meine Welt schaffe, mit der Gegebenheit zusammen, dass es einen Leib gibt und immer schon "Etwas", von dem die Phänomenologen sagen, es werde immer als "etwas" (im intentionalen Sinne) wahrgenommen.
Ich schreibe an einem Buch über "Methoden der Kindheitsforschung" und versuche, an diesem Thema, mein Verständnis zu klären.
Als Literatur sind mir da wichtig Blumenberg (Die Lesbarkeit der Welt) und Waldenfels (Antwortregister). Auf ein weiteres Buch möchte ich Sie gern aufmerksam machen: Jerome Bruner: The Culture of Education. Es hat die Schwächen und Stärken amerikanischer Autoren und ist in vielen Aspekten recht oberflächlich. Interessant ist vielleicht sein Vorstellung von "Narration". So lauten zwei Kapitel: "Narrative of Science" und "The Narrative Construal of Reality".
Schließlich lege ich Ihnen einen Entwurf für eine Tagung im Jahre 2002 bei und ich würde mich freuen, wenn Sie daran teilnehmen könnten.

Ich wünsche Ihnen ein gesundes Jahr 2001
und verbleibe mit Dank und herzlichen Grüßen

Gerold Scholz
 
 
 
 
 
 
 
   
   
   
   
Zur Startseite Haftungs-
ausschluss
Impressum