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Prof. Dr. Dieter Katzenbach
Institut für Sonderpädagogik
Tel.: 069/798-22092
Email: d.katzenbach@em.uni-frankfurt.de 
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Laufende Dissertationsvorhaben
Sven Andres
Zukunftsperspektive: Lebensqualität – Eine Untersuchung zur Analyse und Planung
von gegenwärtiger und zukünftiger Lebensqualität durch Menschen mit geistiger Behinderung
mit Hilfe eines qualitativen Dialog-Konsens-Verfahrens
In meinem Promotionsvorhaben beschäftige ich mit Subjektiven Theorien Erwachsener mit geistiger Behinderung zum Thema „Lebensqualität im Alter“. Es trägt den Arbeitstitel „Zukunftsperspektive: Lebensqualität – Eine Untersuchung zur Analyse und Planung von gegenwärtiger und zukünftiger Lebensqualität durch Menschen mit geistiger Behinderung mit Hilfe eines qualitativen Dialog-Konsens-Verfahrens“.
Im Mittelpunkt steht die Frage nach den Wünschen und Interessen der Befragten bezüglich
des Lebens im Alter. Zur Erhebung verwende ich Forschungsmethoden aus der
Qualitativen Sozialforschung: Zum einen soll das Gruppeninterview, zum anderen eine
modifizierte Dialog-Konsens-Methoden zur Anwendung kommen. Mögliche methodische
Veränderungen können sich aus den Grenzen bestehender Forschungsmethoden im Hinblick
auf die Befragung von Menschen mit geistiger Behinderung ergeben. Ziel ist es, gemeinsam
mit den Befragungspartnerinnen und -partnern systematisch Zukunftsperspektiven
zu entwickeln.
Zum aktuellen Zeitpunkt befindet sich meine Arbeit in der Phase der Literatur- und Methodenerarbeitung.
Kontakt: sandres@stud.uni-frankfurt.de 
Felix Buchhaupt
Emotionen und Lernen. Zur Bedeutung emotionsregulativer Prozesse im Interaktionssystem Unterricht
Das kognitionspsychologische Verständnis von Lernprozessen im Anschluss an die Arbeiten von Piaget verdeutlicht, dass sich Lernen nicht nur als Erweiterung von Wissen, sondern als Reorganisation vorhandener Kompetenzen verstehen lässt. Kognitive Entwicklung ist aus dieser Perspektive stets von der Dynamik zwischen Kontrolle und Kontrollverlust und damit auch von Angst geprägt. Für das Gelingen schulischer Lernprozesse sind damit nicht nur kognitive Kompetenzen, sondern insbesondere auch die Fähigkeit zur Regulation von Emotionen relevant. Vor diesem Hintergrund hat sich das Forschungsinteresse herausgebildet, emotionale Regulationsprozesse im Unterricht und ihre Bedeutung für Lernprozesse zu untersuchen.
Dieses Interesse differenziert sich u.a. in die folgenden Fragen: a) Welche emotionsregulativen Prozesse lassen sich in schulischen Unterrichtsinteraktionen identifizieren und welche Bedeutung kommt ihnen dort zu? Damit wird der Fokus der Betrachtung auf die Interaktion im Unterricht gelegt, die den sozialen Rahmen des individuellen emotionalen Geschehens bildet. b) Welche "Darstellungsregeln" für Emotionen bestehen im schulischen Kontext und wie werden diese vermittelt? Diese Perspektive zielt vorrangig auf das Handeln der Lehrperson und ihre Interpretation der Bedeutung von Emotionen im Unterricht ab.
Im Zentrum stehen Videoaufzeichnungen von Unterrichtssituationen, durch die anhand von zwei Kameras einerseits mimische Prozesse eines ausgewählten Schülers – zur Erfassung von emotionalen Prozessen im Ausdruck – und andererseits die Unterrichtsinteraktion zwischen Schüler und Lehrer aufgenommen werden.
Kontakt: f.buchhaupt@em.uni-frankfurt.de 
Christoph Degen
Die politische Implementierung von Bildungsreformen am Beispiel schulischer Inklusion im Bundesland Hessen
Das Promotionsvorhaben beschäftigt sich mit der Implementierung von Bildungsreformen. Dies wird am Beispiel schulischer Integration/Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen im Bundesland Hessen untersucht.
Im Rahmen einer historischen Studie soll dargelegt werden woher Ideen für schulische Integration/Inklusion kamen, welche Motivationen dahinter standen, welche Akteure beteiligt waren und welche Rahmenbedingungen die politische Umsetzung behindert bzw. gefördert haben.
Der Untersuchungszeitraum fokussiert sich auf den Zeitraum seit der ersten Modellversuche des so genannten "Gemeinsamen Unterrichts" bis hin zu aktuellen politischen Konsequenzen aus der erst kürzlich in der BRD in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention.
Neben der Inhaltsanalyse von Dokumenten werden in erster Linie Interviews mit beteiligten Zeitzeugen aus Politik, Verwaltung, Forschung und Vereinen/Verbänden geführt und ausgewertet werden.
Der Autor erhofft sich aus der Studie Erkenntnisse darüber welche Faktoren zum Gelingen von Bildungsreformen beitragen und welchen Beitrag die Forschung hierzu leisten kann.
Kontakt: degen@stud.uni-frankfurt.de 
Dimitrios Karadaglis
Lernschwierigkeiten aus der Sicht der Bindungstheorie
Ziel der Arbeit ist die Feststellung der Bindungsrepräsentation und Bindungsstrategien (Bindungsmuster) von Kindern, die Probleme beim Lernen aufweisen, sowie der Zusammenhang zwischen Hauptbegriffen der Bindungstheorie, wie Bindung und Exploration mit den Lernproblemen in der Schule. Ausgehend von der Hypothese, dass effektives Lernen nicht nur mit dem Wissenserwerb, sondern auch mit Wissensreorganisation zusammenhängt, wird untersucht, inwieweit Kinder mit Lernschwierigkeiten verschiedene Perspektiven bei der Lösung von Problemen betrachten und annehmen können, denn dies ist eine wichtige Voraussetzung für die Reorganisation von erworbenem Wissen.
Für die Erreichung des ersten Zieles wurden 35 Kinder, die besondere Probleme beim Lernen haben, mit dem BISK (Bindungsinterview der späteren Kindheit) interviewt. Die Auswertung der Interviews erfolgte vom Institut für Entwicklungspsychologie (Prof. Dr. Peter Zimmermann) in Dortmund, und die Ergebnisse sind mir Ende Mai 2006 bekannt geworden.
Der Zusammenhang von Exploration und Lernproblemen wurde mit einer Aufgabe überprüft, die das Problemlöseverhalten der Kinder untersucht (Übung mit den Piaget-Bauklötzen, die in Balance gebracht werden sollten).
Die Fähigkeit verschiedene Perspektiven beim Problemlösen zu erkennen und anzunehmen wurde mit speziell entwickelten ToM (Theorie of Mind)-Aufgaben untersucht.
Die endgültige Auswertung der Explorations- und ToM-Aufgaben war Ende September 2006 fertig, und es wurden die ersten Tendenzen festgestellt. Danach wurden alle Daten in das SPSS-Programm eingegeben. Die Korrelation zwischen Bindungsrepräsentation, Bindungsstrategie (Bindungsmuster) und den Ergebnissen der Aufgaben ist signifikant hoch (p=.007).
Kontakt: karadadi@otenet.gr 
Waleria Kleinscheg
"Die berufliche Rehabilitation von Frauen und Männern mit einer Sehbehinderung"
Gegenstand dieses Promotionsvorhabens sind Frauen und Männer mit einer Sehbehinderung im Alter von 18 bis 63 Jahren, deren verbliebenes Sehvermögen ausreicht, um mit der sogenannten "Schwarzschrift" zu arbeiten, und somit über einen Sehrest von 30% - 2% und weniger verfügen. Im Zentrum dieses Dissertationsprojektes steht nicht nur die Rehabilitation am Arbeitsplatz, sondern auch die unterschiedlichen Phasen auf dem Weg zum und ins Erwerbsleben. Ferner ist bedeutend, dass diese Sachverhalte nicht nur nach Geschlecht untersucht werden, sondern darüber hinaus nach den Gruppierungen Zeitpunkt des Auftretens der Sehbehinderung / Geschlecht und äußerliche Sichtbarkeit der Sehbehinderung / äußerliche Nichtsichtbarkeit der Sehbehinderung / Geschlecht.
Um diese Thematik zu untersuchen wurde eine quantitative und eine qualitative Datenerhebung der Zielgruppe durchgeführt. Die Auswertung des standardisierten Fragebogens ist abgeschlossen. Ergänzend zur quantitativen Datenerhebung wurden 8 teilstandardisierte Interviews erhoben. Die Auswertung des umfangreichen Interviewmaterials wurde anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring vollzogen. Wobei hier im Rahmen der unterschiedlichen Techniken zur Auswertung von Interviews die inhaltliche Strukturierung verwendet wurde.
Die Datenanalyse ergab, dass der rehabilitative Erfolg / Misserfolg von sehbehinderten Frauen und Männern nur in einzelnen Phasen von geschlechts- bzw. gruppenspezifischen Faktoren abhängig ist. Somit müssen weitere Faktoren bedeutend sein, zu deren Entdeckung insbesondere die Psychoanalyse beitragen kann.
Kontakt: kleinscheg@freenet.de 
Marta Isabel López Giraldo
Zusammenhang zwischen früheren Beziehungserfahrungen und Lernstörungen bei Schülern von öffentlichen Grundschulen Medellíns, Kolumbien
Kurzbeschreibung folgt.
Kontakt: martaisa570@googlemail.com 
Nadine Möller
Wege in das Betreute Wohnen unter dem Leitbild "Selbstbestimmung":
Paradoxien der Autonomie - professionalisierungsbedürftige Praxis?
Die angestrebte Dissertation soll sich mit der Wirkung des Leitbildes "Selbstbestimmung" auf die sonderpädagogische Praxis und auf betroffene Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung auseinandersetzen. Wie insbesondere in der Geistigbehindertenpädagogik mit den im Leitbild angelegten Paradoxien umgegangen wird und sich dieses zukünftig gestalten könnte, soll empirisch anhand des Handlungsfeldes "Wohnen" untersucht werden. Dazu werden die Übergänge zweier Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung von stationären Wohneinrichtungen in das Betreute Wohnen in das Zentrum der Untersuchung gestellt.
Es werden dazu den Prozess begleitend 42 narrativ orientierte Interviews mit sechs Betroffenen und den sie begleitenden professionell Tätigen zunächst inhaltsanalytisch und schließlich anhand zweier Fallanalysen sequenzanalytisch (Objektive Hermeneutik) und damit rekonstruktiv erschlossen.
Es wird neben dem Versuch eines subjektorientierten empirischen Zugangs zum Phänomen "Geistige Behinderung" angestrebt, den Selbstbestimmungsdiskurs um die Professionalisierungstheorie U. Oevermanns zu erweitern.
Kontakt: nadine.moeller@em.uni-frankfurt.de 
Valeska Olde
"ADHS" verstehen? Phänomenologische Perspektiven
Obgleich kaum ein anderes Erziehungsthema in der Öffentlichkeit wie der Fachwelt so kontrovers und breit diskutiert wie das der "ADHS" gibt es einen Mangel an genuin pädagogischen Positionen. Diese Lücke soll meine Arbeit schließen, indem sie die zum gesellschaftlichen Problem erklärten Phänomene unruhigen, unaufmerksamen und impulsiven Verhaltens von Kindern in eine für die pädagogische Arbeit erforderliche Verstehensperspektive rückt. Hierzu werden phänomenologische Perspektiven gewählt, wie sie vor allem von MERLEAU-PONTY, WALDENFELS, MEYER-DRAWE und RUMPF ausgearbeitet worden sind. Damit verbunden ist eine Distanzierung von gängigen medizinischen und psychologischen Erklärungsmustern, die Auffälligkeiten im Verhalten überwiegend zur Krankheit erklären sowie von Auffassungen, die das Phänomen leugnen oder aktueller: als Konstruktion bezeichnen.
Neben der Reflexion unterschiedlicher Leitgedanken einschlägiger Theorien zur "ADHS" und deren Konsequenzen im Umgang mit Kindern sensibilisiert der Text für den Appell- und Ausdruckscharakter kindlichen Agierens. Auf der Grundlage eines intersubjektiv verankerten Erfahrungsbegriffs werden Gestaltungsmomente unruhigen, unaufmerksamen und impulsiven Verhaltens herausgearbeitet, an die pädagogische Disziplinen anschließen können. Die Akzentuierung der Beziehungsdimension als Form erzieherischen Handelns wird ergänzt durch den Einbezug gesellschaftlicher Einflüsse auf kindliches Verhalten.
Diese interdisziplinär angelegte Arbeit versieht voreilige Erklärungsgewohnheiten der "ADHS" mit einem Fragezeichen, eröffnet ein vertieftes Verständnis der unter diesem Namen gefassten Störungen und enthält eine Fülle an Implikationen für die praktische pädagogische Arbeit.
Kontakt: valeskaolde@gmx.de 
Die Arbeit ist abgeschlossen. Eine Buchpublikation ist in Vorbereitung.
Jessica Ruth
Triangulierung - Zu den emotionalen Grundlagen des Lernens
Kurzbeschreibung folgt.
Kontakt: jruth@em.uni-frankfurt.de 
Katrin Schrenker
Familienmodell und Sprachentwicklung: Zum Zusammenhang von frühen Beziehungserfahrungen und der Entwicklung pragmatischer Fähigkeiten
In dem Dissertationsprojekt soll der Zusammenhang zwischen Familienmodellen und der pragmatischen Kompetenz als einem Aspekt der Sprachentwicklung geklärt werden. Um pragmatisch kompetent, d.h. personen- und situationsangemessen kommunizieren zu können, muss das Kind in der Lage sein, anderen Personen innere Zustände wie Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse zuzuschreiben („Theory of Mind“). Die dafür notwendigen Grundqualifikationen, wie z.B. den Perspektivenwechsel, erlernt das Kind innerhalb seines familiären Umfeldes. Kinder wachsen heute in sehr unterschiedlichen Familienstrukturen auf. Die konkreten Interaktionserfahrungen, die sie mit ihren Bezugspersonen machen, sind Grundlage für die Bildung von Beziehungsrepräsentanzen, die sich als eine Art Grundmuster auch auf andere zwischenmenschliche Beziehungen auswirken.
Aufbauend auf der Annahme eines Zusammenhangs zwischen frühen Beziehungserfahrungen und sozial-kommunikativer Kompetenz werden ein Sprachentwicklungstest und ein aus der Bindungsforschung hervorgegangenes Spiel- und Erzählverfahren miteinander verknüpft. Teilnehmer der Studie sind 5-6jährige Kindergartenkinder, die entweder bei alleinerziehenden Müttern, in klassischen Vater-Mutter-Kind-Familien oder in Patchwork-Familien aufwachsen.
Kontakt: katrin_schrenker@web.de 
Gerlinde Uphoff
Das Leitbild "Selbstbestimmung" zwischen theoretisch-normativem Anspruch und Antinomien in der Praxis
"Selbstbestimmung" als Handlungskonzept der Behindertenhilfe stellt hohe Anforderungen an die pädagogische Praxis, da sie mit zahlreichen Antinomien umzugehen hat. M.E. haben diese Schwierigkeiten / Herausforderungen in theoretischen wie praktischen Konzepten bislang nicht systematisch Eingang gefunden und werden nicht angemessen reflektiert.
In einer Fallstudie soll eine Organisation der Behindertenhilfe daraufhin untersucht werden, wie sie auf ihren verschienenen Ebenen der Organisationsstruktur diese Antinomien handhabt. Geplant sind Analysen von Interaktionen auf der Ebene des täglichen sozialpädagogischen Handelns (Tonaufnahmen), Experteninterviews und Gruppendiskussionen auf der Mitarbeiterebene und Dokumentenanalysen (Leitbild, Konzeptionen) auf der Planungsebene.
Auswertungsmethoden: Sequenzanalyse (Objektive Hermeneutik), Linguistisch-computergestützte Auswertung nach "Emotions- und Abstraktionsmustern" (Mergenthaler).
Weitere Informationen: www.guphoff.de
Kontakt: g.uphoff@em.uni-frankfurt.de 
Stand: 15.06.10
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